08.09.2010
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Franz Wepf, Rorschach (ca 1950)
Im Lehrerseminar erteilte schon anfangs der dreissiger Jahre Josef Schenk (späteres Gründungsmitglied der SLRG Rorschach) den Seminaristen Schwimmunterricht. Für ihn war klar, dass dazu auch Rettungsschwimmen gehörte, denn mit dem Schwimmunterricht übernahmen die Lehrer eine grosse Verantwortung. Um das Männlein/Weiblein-Problem der damaligen Zeit zu lösen, musste für die Schwimmkurse der Seminaristinnen gar eine Schwimmlehrerin aus Lichtensteig beigezogen werden…
In dieser Zeit bekamen wir vom Kanton St. Gallen das alte Fischereiaufsichts-Boot „Marie“ geschenkt, das von uns in über 800 freiwilligen Arbeitsstunden für den Rettungsdienst flott gemacht wurde. Der Motor erwies sich allerdings als zu schwach und erst nach langer Suche fanden wir bei der Firma Grüniger einen stärkeren Motor. Der Besitzer machte uns aber zur Bedingung, dass wir den Motor vom obersten Geschoss eines Silos von Hand die Treppe hinunter transportieren mussten; war das ein Chrampf!
Allerdings war damit das Boot noch nicht seeklar, denn es fehlten noch viele, verschiedene Ausrüstungsgegenstände: Schwimmwesten, Rettungsringe, Rettungsleinen, Treibanker, Markierungsbojen, Schlepptrosse, Wettermäntel, Gummistiefel, Signallampen, Notflagge, Nationalflagge, Anker mit Kette, Festmachertaue, Kompass, Bootshaken, Feuerlöscher und eine Bootsdecke. Um die grossen Kosten für dieses Material zu decken, beschlossen wir die Durchführung eines Abzeichenverkaufes, nach dem die finanzielle Unterstützung durch die Behörden alles andere als grosszügig ausfiel. Immerhin konnten wir einen Reinerlös von 450 Fr. erwirtschaften.
Auch Räumlichkeiten hatten wir keine, so dass in den ersten Jahren das Rettungsmaterial in einer alten Sandkiste im Freien gelagert werden musste. Der luftige und der Witterung ausgesetzte Standort auf der Nordseite des Kornhauses diente den Bootsbesatzungen auch als Umkleideort, bei jedem Wetter, bei Tag und bei Nacht, selbstverständlich im Blickfeld der Spaziergänger.
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Franz Wepf, Rorschach (ca 1950)
In den Anfangsjahren der SLRG Rorschach
Die SLRG Sektion Rorschach wurde 1950 gegründet, nachdem schon seit einiger Zeit Rettungsschwimmkurse im Strandbad durchgeführt wurden. Da in diesem Bad Männlein und Weiblein nicht getrennt waren, kamen einzelne Teilnehmer in arge Gewissenskonflikte, denn die katholische Kirche verbot zu jener Zeit den Besuch des „sündigen“ Strandbades. Er galt in jedem Falle als Verfehlung und musste gebeichtet werden.Im Lehrerseminar erteilte schon anfangs der dreissiger Jahre Josef Schenk (späteres Gründungsmitglied der SLRG Rorschach) den Seminaristen Schwimmunterricht. Für ihn war klar, dass dazu auch Rettungsschwimmen gehörte, denn mit dem Schwimmunterricht übernahmen die Lehrer eine grosse Verantwortung. Um das Männlein/Weiblein-Problem der damaligen Zeit zu lösen, musste für die Schwimmkurse der Seminaristinnen gar eine Schwimmlehrerin aus Lichtensteig beigezogen werden…
In dieser Zeit bekamen wir vom Kanton St. Gallen das alte Fischereiaufsichts-Boot „Marie“ geschenkt, das von uns in über 800 freiwilligen Arbeitsstunden für den Rettungsdienst flott gemacht wurde. Der Motor erwies sich allerdings als zu schwach und erst nach langer Suche fanden wir bei der Firma Grüniger einen stärkeren Motor. Der Besitzer machte uns aber zur Bedingung, dass wir den Motor vom obersten Geschoss eines Silos von Hand die Treppe hinunter transportieren mussten; war das ein Chrampf!
Allerdings war damit das Boot noch nicht seeklar, denn es fehlten noch viele, verschiedene Ausrüstungsgegenstände: Schwimmwesten, Rettungsringe, Rettungsleinen, Treibanker, Markierungsbojen, Schlepptrosse, Wettermäntel, Gummistiefel, Signallampen, Notflagge, Nationalflagge, Anker mit Kette, Festmachertaue, Kompass, Bootshaken, Feuerlöscher und eine Bootsdecke. Um die grossen Kosten für dieses Material zu decken, beschlossen wir die Durchführung eines Abzeichenverkaufes, nach dem die finanzielle Unterstützung durch die Behörden alles andere als grosszügig ausfiel. Immerhin konnten wir einen Reinerlös von 450 Fr. erwirtschaften.
Auch Räumlichkeiten hatten wir keine, so dass in den ersten Jahren das Rettungsmaterial in einer alten Sandkiste im Freien gelagert werden musste. Der luftige und der Witterung ausgesetzte Standort auf der Nordseite des Kornhauses diente den Bootsbesatzungen auch als Umkleideort, bei jedem Wetter, bei Tag und bei Nacht, selbstverständlich im Blickfeld der Spaziergänger.

