07.02.2012
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Adolf Wiler, Tansfleuron-Gletscher (1955)
Am Tag der Rettungsübung herrschte ziemlich sonniges Wetter und wir konnten das umfangreiche Rettungsmaterial in grossen, an Fallschirmen befestigten Säcken abwerfen. Es war vorgesehen, dass wir Rettungsfallschirmer am Schluss aus den Kleinflugzeugen abspringen sollten, um dann in Zelten auf dem Gletscher zu biwakieren. In der Zwischenzeit erfolgte jedoch ein Wetterumsturz und es begann bei starkem Wind aus West zu schneien, weshalb wir uns sehr beeilen mussten.
Ich sprang als Letzter ab und verlor nach dem Absprung aus der Cessna-Maschine in 3000 Meter Höhe die Orientierung. Die Steuerung meines Fallschirmes mittels der Leinen wurde für mich bei zunehmendem Wind immer schwieriger. Mit viel Glück landete ich im Schneegestöber auf einer Schneewechte an einem ca. 400 Meter tiefen Abgrund. Ich erkannte sofort die grosse Gefahr, in der ich mich befand und bewegte mich deshalb nicht. Schliesslich rief ich laut um Hilfe.
Nach langem Warten und bei einbrechender Dunkelheit fanden mich zwei Kameraden – die Rettungsfallschirmer hatten bei ihren Zelten auf dem Gletscher auf mich gewartet – im Schnee liegend. Sie zogen mich an den Beinen aus der Gefahrenzone in Sicherheit. Nach dem Zusammenrollen meines Fallschirmes, den wir mitnahmen, stapften wir in aller Eile hinauf zum Zeltlager. Zusammen mit unserem besorgten Fallschirminstruktor Friedrich Kauffungen verbrachte ich die Nacht in einem Zweierzelt bei unruhigem Schlaf. Am frühen Morgen krochen wir aus dem kleinen Zelt, auf dem eine dicke Schneedecke lag. Ein grosses Abenteuer war für mich glimpflich abgelaufen
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Adolf Wiler, Tansfleuron-Gletscher (1955)
Glück gehabt
Im September 1955 führte die Schweiz. Rettungsflugwacht SRFW auf dem Tansfleuron-Gletscher im Diablerets-Massiv eine gross angelegte Rettungsübung durch, an der 15 Flugzeuge und 20 Rettungsfallschirmer teilnahmen. Dass es neben dem Können auch eine gehörige Portion Glück brauchte, zeigt mein Erlebnis, das mir nach all den Jahren immer noch sehr präsent ist.Am Tag der Rettungsübung herrschte ziemlich sonniges Wetter und wir konnten das umfangreiche Rettungsmaterial in grossen, an Fallschirmen befestigten Säcken abwerfen. Es war vorgesehen, dass wir Rettungsfallschirmer am Schluss aus den Kleinflugzeugen abspringen sollten, um dann in Zelten auf dem Gletscher zu biwakieren. In der Zwischenzeit erfolgte jedoch ein Wetterumsturz und es begann bei starkem Wind aus West zu schneien, weshalb wir uns sehr beeilen mussten.
Ich sprang als Letzter ab und verlor nach dem Absprung aus der Cessna-Maschine in 3000 Meter Höhe die Orientierung. Die Steuerung meines Fallschirmes mittels der Leinen wurde für mich bei zunehmendem Wind immer schwieriger. Mit viel Glück landete ich im Schneegestöber auf einer Schneewechte an einem ca. 400 Meter tiefen Abgrund. Ich erkannte sofort die grosse Gefahr, in der ich mich befand und bewegte mich deshalb nicht. Schliesslich rief ich laut um Hilfe.
Nach langem Warten und bei einbrechender Dunkelheit fanden mich zwei Kameraden – die Rettungsfallschirmer hatten bei ihren Zelten auf dem Gletscher auf mich gewartet – im Schnee liegend. Sie zogen mich an den Beinen aus der Gefahrenzone in Sicherheit. Nach dem Zusammenrollen meines Fallschirmes, den wir mitnahmen, stapften wir in aller Eile hinauf zum Zeltlager. Zusammen mit unserem besorgten Fallschirminstruktor Friedrich Kauffungen verbrachte ich die Nacht in einem Zweierzelt bei unruhigem Schlaf. Am frühen Morgen krochen wir aus dem kleinen Zelt, auf dem eine dicke Schneedecke lag. Ein grosses Abenteuer war für mich glimpflich abgelaufen

