Das Militär - Bootsunglück
Eine persönliche Nachlese zum Schlauchbootunglück in der Kander
Entweder habe ich es verpasst oder aber in den Medien wurde nichts darüber
gesagt: Ich meine, man ertrinkt in einer Walze nicht trotz einer
Rettungsweste, sondern wegen der Rettungsweste! Im Fernsehen wurde zwar
anschaulich gezeigt, wie eine Walze entsteht und dass man darin herum
gewirbelt wird. Hat man genügend Auftrieb - wie zum Beispiel die
Schlauchboote - so bleibt man an der Oberfläche im rückläufigen Wasser
hängen. Andernfalls sinkt man in die Walze hinein und kommt nur noch raus,
in dem man an den Flussboden abtaucht. Und dann unterhalb der Walze raus
schwimmt. Soweit, so ungut. In der Walze hat es nun aber viele Lüftblasen,
was das spezifische Gewicht des Wasser herabsetzt; die Schwimmweste trägt
nicht mehr und die Walze wird zu Falle. Taucht man aber ab - sofern das im
Stress des Todeskampfes überhaubt möglich ist - kommt man wieder in Wasser
mit wenig Luftblasen und die Schwimmweste hebt einem wieder in die Walze
hinein. Frage an die Clubmitglieder: Ist meine Meinung richtig und
nachvollziehbar? Wenn nein: Ich bitte um Kommentare
Posted by
bmichel at
18:52
|
Kommentare (5)
Es scheint mir unglaublich schwierig, mit einer Schwimmweste abzutauchen. Hat das schon mal jemand geübt???
Ich denke, es geht nicht. Und daher auch meine Meinung, dass man in der Walze nicht trotz der Schwimmweste, sondern eben genau wegen der Schwimmweste ertrinkt
Die Realität sieht meistens anders aus. Bei der Rettung von Mensch aus Walzen (z.B. Bern, Schwellenmätteli) oder bei der Bergung von Leichen nach Unfällen in Walzen ergaben sich meistens folgende zwei Szenarien:
1. Kleider und Rettungswesten wurden den Betroffenen in den Walzen meistens innert kürzester Zeit abgerissen (abgezogen). 2. Die Betroffenen verloren meistens in der Walze innert Sekunden die Orientierung. Das Abtauchen und schräg Austauchen ist zwar theoretisch richtig, jedoch in der Realität meistens nicht möglich.
Alle Überlebenden gaben an, sie hätten einfach ohne Orientierung abgestossen. - Fazit: Ob mit oder ohne Rettungsweste usw., das Glück oder das „Los“, oder was auch immer, entscheiden oft über Leben und Tod.
Ausbildung, Erfahrung, gute Vorbereitung, Bescheidenheit usw. beeinflussen das Restrisiko ganz wesentlich.
Danke Urs Zoss für die Klarstellung, was in der Praxis wirklich abläuft. Die Walzen gehören halt schon zum Problemkreis: "Unwissenheit schützt nicht vor "Strafe". Verbleibt die Frage, ob wir eine neue oder zusätzliche Form der Information machen sollten.
Information ist richtig und wichtig! - Seit mehr als 10 Jahren habe ich in meine Kurse "Wasserrettung, Fluss" die Thematik Flusseigenschaften und Strömungsphysik als festen Bestandteil eingebaut. Dieser Theorieblock dauert 2 Stunden. - Ich bin auch der Meinung, dass die SLRG die Bevölkerung entsprechend informieren sollte. Bruno, ich unterstütze Deine Idee.